Arbeitsweise
Nicht die richtige Deutung – sondern ein möglicher Zugang.
Die Schwerpunkte von VertrauensKunst sind Beziehung, Sicherheit und Ausdruck. Ein Gespräch kann die künstlerische Arbeit ergänzen – es kommt darauf an, was im Moment hilfreich und tragfähig ist.
Es ist nicht der Punkt, etwas „richtig“ zu machen oder ein Bild erklären zu müssen. Ein therapeutischer Prozess kann vielmehr Raum bieten, um Erfahrungen zu erkennen, zu strukturieren und auszudrücken sowie neue Sichtweisen zu entwickeln.
Grundhaltung
Beziehung vor Methode
Therapeutische Methoden können hilfreich sein. Sie wirken jedoch nicht unabhängig von Beziehung, Sicherheit und dem individuellen Kontext eines Menschen.
Deshalb beginne ich nicht mit der Frage: „Welche Technik passt hier?“ Sondern eher mit: „Was braucht es, damit Kontakt, Orientierung und ein tragfähiger nächster Schritt möglich werden?“
Manchmal steht das Gespräch im Vordergrund. Manchmal ein Bild, ein Material oder eine Handlung. Manchmal ist es zunächst wichtig, gar nichts zu gestalten.
Der Prozess darf sich entwickeln, ohne erzwungen zu werden.
Prinzipien
Was den therapeutischen Rahmen bestimmt
Sicherheit
Belastbarkeit, Tempo und Grenzen werden berücksichtigt. Stabilisierung kann wichtiger sein als schnelle Veränderung.
Wahlmöglichkeiten
Sie entscheiden mit, was Sie erzählen, ausprobieren, gestalten oder zunächst offenlassen möchten.
Beziehung
Therapeutische Arbeit entsteht im Kontakt. Methoden unterstützen diesen Prozess, ersetzen ihn jedoch nicht.
Bedeutung entsteht gemeinsam
Bilder und Materialien werden nicht nach einem festen Symbolsystem interpretiert. Bedeutung kann sich im Dialog und aus Ihrer eigenen Wahrnehmung heraus entwickeln.
Künstlerischer Ausdruck
Wenn Erfahrung eine andere Sprache braucht
Künstlerischer Ausdruck kann einen zusätzlichen Zugang schaffen, wenn Worte schwer erreichbar, zu viel oder schlicht nicht ausreichend sind.
Farbe, Linie, Form, Material und Bewegung können helfen, etwas sichtbar oder spürbar zu machen, ohne dass es sofort vollständig erklärt werden muss.
Dabei steht nicht das Ergebnis im Vordergrund. Ein Bild muss weder schön noch technisch gelungen sein.
Manchmal kann die Entscheidung für ein Material, eine Farbe oder eine Position im Raum Teil des therapeutischen Prozesses sein.
Sie brauchen keine künstlerischen Vorkenntnisse.
Integration
Unterschiedliche Perspektiven – ein gemeinsamer Rahmen
Je nach Anliegen können verschiedene therapeutische Perspektiven miteinander verbunden werden. Sie werden nicht als starres Programm eingesetzt, sondern situationsbezogen und transparent.
Kunsttherapeutisch
Arbeiten mit Bild, Material, Farbe, Form und nonverbalem Ausdruck.
Systemisch
Zusammenhänge, Beziehungen, Rollen und Wechselwirkungen im eigenen Lebenskontext betrachten.
Humanistisch
Erleben, Beziehung, Selbstwahrnehmung und persönliche Bedeutung in den Mittelpunkt stellen.
Ressourcenorientiert
Vorhandene Fähigkeiten, unterstützende Erfahrungen und Handlungsspielräume sichtbar machen.
Narrativ
Eigene Geschichten, Bedeutungen und Selbstbilder erkunden und gegebenenfalls neu erzählen.
Trauma-adaptiv
Sicherheit, Stabilisierung, Regulation und eine dosierte Annäherung an belastende Erfahrungen berücksichtigen.
Im Termin
Wie eine Sitzung aussehen kann
Es gibt keinen festen Ablauf, der für jede Sitzung gleich sein muss. Dennoch kann ein therapeutischer Termin einige wiederkehrende Elemente enthalten.
1
Ankommen
Was ist heute präsent? Was braucht Aufmerksamkeit – und was vielleicht noch nicht?
2
Orientierung
Wir klären gemeinsam, worauf der Fokus liegen könnte und welcher Zugang sich passend anfühlt.
3
Erkunden
Das kann im Gespräch, über künstlerisches Material oder in einer Verbindung aus beidem geschehen.
4
Wahrnehmen
Was ist während des Prozesses aufgefallen? Was hat sich verändert, verstärkt oder beruhigt?
5
Integrieren
Wir schauen, was aus der Sitzung hilfreich mitgenommen werden kann und was noch offenbleiben darf.
Abgrenzung
Was Sie nicht erwarten müssen
Ich deute Ihre Bilder nicht nach einem festen Symbolsystem.
Sie müssen nichts „Schönes“ oder „Richtiges“ gestalten.
Sie müssen belastende Erfahrungen nicht ausführlich schildern, bevor ausreichend Sicherheit besteht.
Es gibt keinen Zwang, künstlerisch zu arbeiten, wenn ein Gespräch oder eine andere Form des Kontakts hilfreicher ist.
Ich verspreche keine schnellen oder garantierten Ergebnisse.
Orientierungsmodell
S.A.R.I.A. – ein möglicher Prozessrahmen
Therapeutische Prozesse verlaufen selten geradlinig. S.A.R.I.A. dient deshalb nicht als starres Stufenmodell, sondern als Orientierung dafür, welche Themen und Aufgaben in den unterschiedlichen Phasen wichtig sein können.
S · Stabilisierung
Sicherheit, Orientierung und Regulation stärken.
A · Annäherung
Belastenden Themen vorsichtig und dosiert näherkommen.
R · Restruktur-ierung
Erfahrungen, Bedeutungen und Handlungsmöglichkeiten neu betrachten.
I · Integration
Neue Erfahrungen in das Selbstbild und den Alltag einordnen.
A · Adaption
Veränderungen im Alltag erproben und weiterentwickeln.
Kennenlernen
Die Arbeitsweise lässt sich am besten im Kontakt erleben.
Wenn Sie prüfen möchten, ob dieser Rahmen für Sie passend sein könnte, können wir zunächst ein ruhiges Kennenlerngespräch vereinbaren. Sie müssen sich dabei noch nicht für eine weitere Begleitung entscheiden.